Teppich – oft vekannt – Teil 2

carpet-65102_640Teppiche können auf verschiedene Weise verlegt werden. Ausschlaggebend für die Wahl der Verlegung ist der jeweilige Bodenbelag, seine vorgesehene Nutzung und die damit verbundene Beanspruchung. Durch das vermehrte Aufkommen von Vliesrücken bei textilen Bodenbelägen gewinnen neben den gängigen Methoden wie dem Verkleben auch alternative Verlegesysteme wie Kletten, Tacken, Fixieren und ähnliche an Bedeutung.

 

 

Kleben:

Beim Verkleben wird mit einer Zahnspachtel gleichmäßig Kleber auf dem Untergrund aufgetragen und anschließend abgelüftet. Der Teppich wird danach auf das noch nasse Klebstoffbett eingelegt und ganzflächig angerieben. Belastbar ist der Bodenbelag nach ca. 24 Stunden und die Endklebkraft ist nach ca. 72 Stunden erreicht. Durch das Verkleben soll eine feste und dauerhafte Verbindung zwischen dem Bodenbelag und dem Untergrund hergestellt werden. Der Teppich erhält dadurch eine Reinigungsbeständigkeit, d.h. Nassreinigung wie die Sprühextraktion sind später möglich. Das ganzflächige Verkleben ist für bestimmte Eigenschaften, wie z. B. die Stuhlrolleneignung erforderlich.

Fixieren:

Das Fixieren erfolgt vollflächig (beim Verkletten) oder punktförmig. Es führt zu einer Stabilitätserhöhung des Teppich gegenüber dem losen Auslegen. Beim Wiederaufnehmen des Bodens aufgrund Austausch kann dies ohne Beschädigung des Untergrundes erfolgen. Zum Fixieren verwendet man doppelseitige Vliese, Gitter , Folien, bestimmte Teppichklebebänder oder flüssige Fixierungen. Besonders wichtig ist die richtige Vorbereitung des Untergrunds, damit der Belag später ohne Komplikationen aufgenommen werden kann und der Untergrund nicht beschädigt wird. Verfärbungen des Unterbodens können nicht ausgeschlossen werden.

Loses Auslegen:

Teppich wird hier auf dem verlegereifen Untergrund lose ausgelegt und nur an den Rändern bzw. im Türbereich mit einem doppelseitigen Klebeband fixiert. Es ist die einfachste und preiswerteste Verlegung von Teppich. Der Austausch des Teppichs kann problemlos erfolgen. Der Unterboden wird meist nicht oder nur minimal beschädigt. Aus diesem Grund wird diese Verlegemethode oft in Mietwohnungen genutzt. Allerdings kann es bei dieser Verlegung bei Temperatur- und/oder Feuchtigkeitseinflüssen zu Schrumpfen bzw. Ausdehnung des Teppich kommen. Es entstehen Wellen. Diese sind weder ansehnlich und noch dazu Stolperfallen. Auch kann diese Verlegevariante nur genutzt werden, wenn der Teppich nahtfrei verlegt wird, d.h. in einem Stück. Teppichfliesen können nur lose verlegt werden, wenn sie ein Mindestgewicht von 3,5 kg/m² haben.

Verspannen:

Verspannen ist eine alternative Verlegart, wenn der Teppich nicht geklebt oder fixiert werden soll. Bei dieser Methode wird der Bodenbelag auf schräg stehende Nägel der Nagelleiste, an der Seite des Raumes, gehakt und auf die Nagelleiste der gegenüber liegenden Wand gespannt. Hierbei handelt es sich um die älteste Verlegeart. Heute benutzt man diese Art meist zum Anbringen an Wänden als Wandverspannung.

 

Bitte beachten:

Wie jedes andere Produkt können auch Textilbeläge zu Beginn ihrer Liegezeit riechen. Je nach Lüftungsgewohnheit und Jahreszeit sollte die Geruchsbelästigung ständig nachlassen und nach acht bis zwölf Wochen so weit zurückgegangen sein, dass sie nicht mehr stört. Man sollte auch nur schadstoffgeprüfte Waren verlegen. Eine Verlegung sollte auch nur mit emissionsarmen Klebstoffen, Fixierungen, Spachtelmassen und Grundisolierungen erfolgen. Ansonsten kann es die Geruchsbildung und Emissionen verstärken bzw. dafür verantwortlich sein.

Lesen Sie auch:

Teil 1: Welche Formen von Teppich gibt es und welche Einteilungskriterien?

Teil 3: Reinigung und Pflege beim Teppich

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